15. September im Gemüsevorgarten

Das macht einen Gemüsegarten schön.
Von Farben, Formen, Ernten, Blüten und Genüssen; der Schönheit des Gartens.

Vielfalt macht schön

Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Für mich ist ein Gemüsegarten schön, wenn er besonders vielfältig ist, wenn es reichlich zu gucken gibt und wenn man mit jedem Schritt etwas Neues entdecken kann. Vielfalt macht schön!
Mein Gemüsevorgarten könnte in diesem Aspekt noch etwas schöner – etwas vielfältiger sein. Ich habe nach diesem ersten Jahr, das sich inzwischen mit schnellen Schritten seinem Ende neigt, noch so viele neue Ideen, die ich unbedingt realisieren will. Bohnen habe ich beispielsweise nicht angebaut und normale Kartoffeln fehlen ebenfalls. Auch Sortenvielfalt macht einen Gemüsegarten attraktiver. Ich habe nicht nur eine Paprikasorte angebaut, sondern drei. Drei kleine Snack-Sorten, die ich noch von meinen Balkonzeiten habe. Auch vom Mangold habe ich nicht nur den langweiligen weißen im Beet, nein, ich habe den überall bekannten Sortenmix `Rainbow´ im Garten. Das ist nicht nur Arten- und Sortenvielfalt, das ist besonders auch Farbvielfalt! Und auch der Tierwelt gefiel der Mangold ganz besonders gut. Nachbarskatze lag an warmen Sonnentagen immer im Schatten der saftigen großen Blätter und ließ sich von der Tröpfchenbewässerung die Füße kühlen. Auch ganze Spatzenschwärme kamen täglich zum Frühstück, Mittag- und Abendessen und pickten die Blätter des bunten Mangolds weg.

Farben machen schön

Nur Grün ist langweilig, oder?! Viel aufregender ist doch ein buntes, farbenfrohes Meer aus gelben, roten, orangenen, lilafarbenen oder weißen Highlights. Der Mangold-Sortenmix `Rainbow´ ist dafür ideal, aber auch mit roten, gelben und orangenen Paprikas bringst du Farbe in deine Beete. Rote, grüne oder gelbe Tomaten machen sich in deinem Salat hervorragend und lilafarbener Kohlrabi ist für manch einen Gartenfremden eine spektakuläre Neuheit. Gelbe, Orangene, weiße oder lilafarbene Möhren? Auch das ist kein Problem. Meine Nichte durfte meine Möhrenvielfalt kosten, bevor die Wurzelläuse sie entdeckten und fragte fasziniert: „Lila Rotte? Ball Rotte? Darf ich (pro-)bian?“ Die „Ball“ Karotte ist die Möhrensorte `Parisa Markt´; sie bildet kugelrunde Wurzeln aus.

Ernten macht schön

So wie meine Nichte von der Kugel-Möhre fasziniert war, so ist jeder doch von etwas anderem begeistert. Der eine feiert orangene süße Paprika, die aussehen wie Chilis, der andere, dass er die Tomaten einfach von der Pflanze futtern darf.
Gemeinsam mit meiner Familie bin ich bei jedem Besuch durch den Gemüsevorgarten gegangen und jeder entdeckte etwas, das ihn begeisterte. Radieschen, die so groß waren wie Rettiche? Gurken, die überhandnahmen und kiloweise in den Taschen meiner Besucher landeten? Mais, der vom Beet direkt auf dem Grill landete…
Mich begeistern die freudigen Augen meiner Besucher und, dass ich sie mit vollen Händen nach Hause schicken kann. Noch schöner als etwas geschenkt zu bekommen ist doch anderen mit Geschenken eine Freude zu bereiten.
Und wenn es nur die Sonnenblumenknospe ist, die sich bei meiner Oma auf dem Wohnzimmertisch entfalten kann.

Ich genieße jeden Moment, den ich in meinem Garten verbringen und anderen eine Freude machen darf. Es gibt kaum etwas schöneres, als bei Sonnenschein hierdurch zu gehen und zu betrachten, was ich ganz alleine in dieser kurzen Zeit geschafft habe.

Blüten machen schön

Etwas, das noch jedem Freude bereitet hat, sind Blüten. Rechts und links von meinen Gemüsebeeten habe ich im Frühjahr Blühstreifen angelegt. Die Sommerblumen, die ich darin ausgesät habe sollten Insekten anlocken und noch etwas Farbe in den Vorgarten bringen.
Ich war ja super ungeduldig und tatsächlich auch skeptisch, ob das überhaupt was wird. Hier habe ich den Boden nämlich nicht mit Kompost aufgewertet und diese Beete sind nicht an meine Bewässerung angeschlossen. Es hat lange gedauert, bis die ersten Samen aufgingen und noch länger, bis sie erste Knospen zeigten. Aber dann ging es los: Ringelblumen, Zinnien, Kamille, Schwarzäugige Susanne, Lupinien, Sonnenblumen und weitere zeigten nach und nach ihre farbenfrohen, leuchtenden und wunderschönen Blüten.
Mal ehrlich, dafür, dass ich die Blühstreifen erst Mitte April angelegt habe und die ersten Blüten Anfang Juli zu sehen waren, musste ich gar nicht so lange warten. Außerdem blühen diese tapferen Sommerblumen, die es wirklich schwierig auf dem sandigen Boden mit ausreichend Wassermangel hatten, bis zum Frost. So lange kann ich Blüten ernten und kleine Sträuße verschenken. Das ist schön. Gärten sind und machen schön!

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18.12.2022, Janina Haupt

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