Hotpot

Wasser im Garten ist derzeit ein beliebtes Gestaltungselement und aus kaum einem Garten mehr wegzudenken. Doch leider haben die meisten Gärten nicht so viel Platz um die notwendige Fläche für einen Teich, Pool oder gar einen Badeteich zu investieren. Schade… Aber wer kennt denn schon die ideale Lösung namens Badefass?

Dieser neueste Trend aus Skandinavien nennt sich ursprünglich Badezuber. Zuber ist althochdeutsch (eigentlich zuo-amber) und bezeichnet einen Eimer mit zwei Tragegriffen. Mit dem Synonym Badefass, Badetonne oder Badebottich können die meisten aber mehr anfangen.

Der ausschlaggebende Unterschied vom Hotpot zum einfachen Badefass ist der angeschlossene Kaminofen, der das Wasser erhitzt (wir baden in der Regel gerne warm).

Wenn Ihr im Internet danach sucht werdet ihr überschüttet mit Verkaufsangeboten, Ratgebern und und und. Damit Ihr nicht wortwörtlich untergeht gibt es hier die wichtigsten Infos zusammengefasst:

  • Arten
    Badetonnen aus reinem Holz mit Innen- oder Außenofen (Der Kaminofen, der zum Aufheizen genutzt wird, kann in dem Baderaum sein, oder außerhalb. Je nach Platzbedarf sind unterschiedliche Modelle zu bekommen.)
    Badetonnen aus Holz mit Kunststoffwanne und wahlweise Innen- oder Außenofen
    Zusätze wie eine Treppe oder eine Abdeckung gibt es in verschiedensten Ausführungen
  • Größe
    Durchmesser von 1,30m bis 2,50m, je nachdem wie viele Personen Platz finden sollen
    Bei 1,70m Durchmesser und Außenofen sind 6 Personen vorgesehen
    Ein Innenofen belegt einiges an Sitzfläche. 1,70m Durchmesser reichen bei einem Innenofen für etwa 4 Personen.
    In den meisten Fällen sind die Badefässer 1,0m hoch.
  • Standort
    Wasser verzeiht keine Fehler, daher sollte der Untergrund unter dem Fass unbedingt waagerecht sein. Eine schiefe Wasseroberfläche ist schon bei geringen Ungenauigkeiten sichtbar.
    Mit Wasser gefüllt hat der Hotpot ein sehr hohes Eigengewicht. Eine befestigte Unterlage ist daher ratsam. Wird er lediglich auf die Rasenfläche gestellt, kann er bei Regen (der Boden wird weicher) einsinken. Ideal ist eine Fläche mit einer Kies- oder Splitttragschicht oder eine gepflasterte Fläche.
  • Ersteinsatz
    Es ist ganz normal, dass bei der ersten Befüllung ein wenig Wasser aus den Fugen austritt. Das Holz saugt sich mit Wasser erst noch voll und dehnt sich dabei aus. Nach ein bis zwei Tagen ist die Wand wasserdicht.
  • Lebensdauer
    Holz ist ein Naturprodukt und sollte, wie auch Gartenmöbel aus Holz, jährlich gepflegt werden (am besten mit Holzpflegeölen / Lasur oder anderen im Baumarkt erhältlichen Pflegemitteln). Diese werden aber nur von außen angewendet. Im Innenraum werden Kernseife, Sodlösungen oder eine Bürste zur Reinigung genutzt.
    Mit einer angemessenen Pflege geben Hersteller eine Lebensdauer von 10-15 Jahre an. Allerdings gibt es auch Tonnen, die 40-50 Jahre alt sind und einwandfrei funktionieren.
  • Holzart
    Badefässer werden in verschiedensten Ausführungen angeboten, ebenso in verschiedensten Holzarten. Thermoholz, Fichte, Lärche…
    Sie alle haben ihre Vorteile…
    Die Lärche ist eines der härtesten Holze unter den Nadelgehölzen. Es ist sehr dauerhaft, elastisch, zäh und schwindet wenig. Optisch hat es eine schöne Maserung.
    Thermoholz beschreibt, dass das Holz thermisch behandelt wurde. Durch diesen Vorgang ist das Holz fäulnisresistent und somit sehr gut für den Einsatz im Freien geeignet. Zusätzlich ist es pilzresistent.
    Lärche ist mit das hellste Holz und kann in alle beliebigen Farben gefärbt werden. Es ist stabil, stark, steif und zäh.
  • Heizzeit
    Die durchschnittliche Temperatur die in einem Badezuber herrscht sind 35 – 38 Grad. Die Zeit, die zum Aufheizen auf diese Temperatur benötigt wird ist von vielen Faktoren abhängig:
    Tonnengröße, Außentemperatur, Wind und Standort, mit/ohne Abdeckung, Holzqualität, Jahreszeit, Kaminleistung, …
    Um einen groben Richtwert zu geben: Mit 1,5 – 4 Stunden sollte gerechnet werden.
  • Wasserwechsel
    Zum Ausleeren sind Hotpots mit einer Auslassöffnung und einem Ventil versehen, sodass das Leeren quasi von selbst läuft. Empfehlungen für den Wasserwechsel gibt es nicht direkt. Je nach Bedarf und Verschmutzung sollte gewechselt werden. Das alte Wasser kann zur Bewässerung des Gartens genutzt werden (bei Badezusätzen sollten diese dann biologisch abbaubar sein).
  • Badezusätze
    Badezusätze sollten nicht ölhaltig sein, damit sich kein Schmierfilm bildet, der die Reinigungsnotwendigkeit erhöht.
    Damit die Algenbildung reduziert/verhindert wird, sollte entweder Sauerstoffgranulat oder ein alternatives Mittel zur Verhinderung von Algenbildung beigemischt werden.
    Alternativ können auch Filterpumpen eingelassen werden.
  • Frostschutz im Winter
    Das Wasser darf grundsätzlich in der Tonne bleiben. ABER, da sich Wasser ausdehnt wenn es gefriert, würde es das Holz aufsprengen; das Fass wäre somit nicht länger dicht. Unbedingt Frostschutzmaßnahmen ergreifen! Beispielsweise kann eine Filterpumpe eingeschaltet, ein zusätzliches Heizkabel eingelassen, Salz beigemischt oder (diese Methode bedarf einer exakten Berechnung) Styropor als Quetschschicht ins Wasser gelegt werden.

 

Badezuber der Firma Pool-KuschelBadezuber der Firma IsidorBadezuber der Firma Skargards
Quelle: www.pool-kuschel.deQuelle: www.badezuber.isidor.deQuelle: www.skargards.com

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10.02.2019

Ein Gedanke zu „Hotpot

  1. Opa Hardrock Antworten

    Hi,
    vielen Dank für diesen Überblick. Sehr hilfreich!
    Die Elektroheizung für den Winterbetrieb finde ich übrigens irgendwie daneben …

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