Weihnachtsbäume

Einen lieben 4. Advent Euch allen!

Heute gibt es den letzten Eintrag in meinem Advents-Sonntag-Spezial. Das Thema: Weihnachtsbäume.

Ich nehme an, da heute bereits der 23.12. ist, dass sich die meisten von Euch schon einen Baum besorgt haben. Im Folgenden nenne ich daher ein paar Pflegetipps, wie ihr Euren Weihnachtsbaum lange frisch halten könnt.
Und Euch, ihr Unentschlossenen, Spontanen oder „An-Weihnachten-brauchen-wir-keinen-Baum“-Überzeugten möchte ich die große Welt der Weihnachtsbaumarten näher bringen.

Habt ihr gewusst, dass ein Weihnachtsbaum mindestens 5-10 Jahre wachsen muss bevor er Zimmergröße erreicht hat?
Und dann steht er lediglich ein paar Wochen im Wohnzimmer… wenn ihr mich fragt ist das ein wenig unverhältnismäßig. Möglicherweise hat sich deshalb die Tradition den Baum zu schmücken durchgesetzt, damit er in seiner kurzen Glanzzeit noch heller strahlt.

Abies, die Gattung „Tanne“ in der Familie Kieferngewächse (Pinaceae)

Wer kennt sie nicht, die NORDMANNTANNE. Sie ist der Klassiker unter den Weihnachtsbäumen und ebenso die Beliebteste. Abies nordmanniana hat der finnische Botaniker Alexander von Nordmann sie im Kaukasus 1836 getauft. Aufgrund ihrer Herkunft wird sie auch oftmals als Kaukasus-Tanne bezeichnet.
Beliebt ist sie vermutlich aufgrund ihrer vielen Vorteile den anderen Nadelbäume gegenüber.
Sie hat einen sehr buschigen, dichten und gleichmäßigen Wuchs und besonders weiche Nadeln, die beim Schmücken nicht stechen. Sie ist besonders lange haltbar; verliert daher über mehrere Wochen bei Zimmertemperatur ihre Nadeln nicht. Die kräftigen Äste und Zweige sind zudem besonders gut für schweren Baumschmuck geeignet. Jedoch duftet die Nordmanntanne nicht so sehr wie beispielsweise die Fichten oder Nobilistannen.

Eine weitere Abies ist die EDEL-TANNE (Abies procera / Abies nobilis). Da sie eng mit der Nordmanntanne verwandt ist, hat sie die gleichen Eigenschaften. Also weiche Nadeln, lange Haltbarkeit und einen kompakten Wuchs (wobei der Wuchs oftmals recht unregelmäßig ist). Die Nadeln der Edeltanne haben zudem ein großes Farbspektrum von grün über blaugrün bis silberblaugrün, je nach Sorte, zu bieten. Die Züchtung Abies procera ‚Glauca‘ (Blaue Edel-Tanne) ist aufgrund der hellblauen Benadelung besonders beliebt.
Edel-Tanne ist aber nur eine deutsche Bezeichnung für diese Pflanze. Nobilistanne, Silbertanne oder pazifische Edeltanne (ja, ohne Bindestrich) sind weitere. Jedoch ist Obacht geboten, da die in Europa heimische Weiß-Tanne (Abies alba) auch als Edeltanne und Silbertanne bezeichnet wird.

Die COLORADO-TANNE oder Grau-Tanne zeichnet sich durch einen herrlichen Zitrusduft aus und trägt lange, biegsame Nadeln in silber-grau. Allerdings tritt bei jungen Bäumen aus der Borke Harz aus.
Die KOREA-TANNE hingegen ist hell- bis silber-grün und duftet ähnlich nach Zitrone, wie die Abies concolor. Auslesen und Züchtungen haben eine unzählige Vielzahl an Sorten hervorgebracht, die sich in Wuchsform, Farbe, Wuchsgeschwindigkeit oder Nadelgröße unterscheiden. Die typische Weihnachtsbaumform ist daher auch dabei!
Abies concolor und Abies koreana sind echte Raritäten auf dem Weihnachtsbaummarkt.

Picea, die Gattung „Fichte“ in der Familie Kieferngewächse (Pinaceae)

Die STECH-FICHTE. Hm, aufgrund des Namens würde ich sie mir nicht ins Wohnzimmer stellen.
Umgangssprachlich wird sie glücklicherweise auch Blau-Fichte genannt, sodass die stechenden Nadeln weniger in den Vordergrund rücken. Nichtsdestotrotz stechen die Nadeln, haben aber einen attraktiven blauen Schimmer. Bei Zimmertemperatur bleiben die Nadeln mehrere Wochen frisch und fallen nicht ab.
Als Christbaum eignet sie sich aufgrund ihres regelmäßigen Wuchs und den starken Zweigen. Sie enthält ätherische Öle, die einen waldähnlichen Duft versprühen und so die weihnachtliche Stimmung unterstützen. Nach der Nordmanntanne ist sie auf Platz zwei der beliebtesten Weihnachtsbaumsorten.

Die Fichte ist in den deutschen Wäldern winterhart und daher weit verbreitet. Aufgrund dessen sind Fichten, wie z.B. die GEMEINE FICHTE (Picea abies), vergleichsweise günstige Weihnachtsbäume. Der geringe Preis spiegelt sich in den leicht stechenden Nadeln und dünnen Zweigen, sowie in der kurzen Haltbarkeit der Nadeln wieder.
Achtet bei diesem Baum auf leichten Schmuck und „pflückt“ den Baum erst kurz vor dem Heiligen Abend.

Die ROT-FICHTE (Picea rubens) ist vergleichbar mit der gemeinen Fichte. Allerdings ist der Wuchs der Rot-Fichte deutlich unregelmäßiger als der der gemeinen Fichte. Unter den Fichten ist diese die günstigste.

Pseudotsuga und Pinus sind weitere Gattungen der Familie der Kieferngewächse und bringen einige Arten hervor, die sich in Teilen ebenfalls als Weihnachtsbaum eignen. Beispielsweise die Douglasie (Pseuditsuga menziesii) oder Kiefer (Punis sylvestris).
Die Kiefer ist vergleichbar mit der Nordmanntanne, jedoch schwieriger zu Schmücken.
Die Douglasie ist vergleichbar mit der Stechfichte, jedoch etwas günstiger.

Puh, ich hoffe ihr habt das jetzt alles verinnerlicht und Euch den perfekten Christbaum ausgesucht. Damit Euer Baum die Feiertage übersteht und nicht bereits vorher die Nadeln fallen lässt, lest noch den nächsten Abschnitt zu den Pflegetipps, dann entlasse ich Euch in die Feiertage und sage tschüss, bis zum nächsten Jahr!

Die erste Devise ist: Wasser!
Ein Weihnachtsbaum ist eine normale Pflanze. Ein (abgeschnittener) Christbaum ist vergleichbar mit einem Blumenstrauß. Stehen Eure Schnittblumen im Trockenen, lassen sie nach ein paar Stunden die Köpfe hängen. So wird es Eurem Baum auch ergehen, wenn Ihr ihm kein Wasser zur Verfügung stellt.
Schon dann, wenn ihr ihn auf Euren Balkon oder die Terrasse stellt bis er am 24.12. ins Wohnzimmer darf, täte es ihm gut, in einem Eimer voller Wasser zu stehen. Aber auch danach solltet ihr ihn in einen Christbaumständer mit Wasserspeicher stellen, damit die Nadeln möglichst lange frisch bleiben und nicht abfallen.
Faustregel: Ein Liter pro Tag.
Lagern solltet Ihr den Baum an einer vor Sonne geschützten Stelle, z.B. in einer Garage oder einem anderen ungeheizten Raum.
Ein ungewöhnlicher Tipp, der Euren Baum mit Nährstoffen versorgt, ist Zucker im Wasser. Aber Achtung! Zu viel Zucker führt zu Bakterienbildung und schadet dem Baum. Besorgt euch lieber Frischhaltemittel aus Blumengeschäften oder gebt einen Teelöffel Schnaps zu Eurem Zuckerwasser, das mögen Bakterien nicht. In beiden Fällen sollten Haustiere von dem Wasser fern gehalten werden. 😛
Idealerweise stellt ihr den Baum nicht direkt vor eine Heizung oder einen Ofen. So verhindert ihr frühzeitiges Austrocknen.
Und als letzten Tipp: Schneidet den Stamm unten ca. 3 cm erneut an, wenn ihr den Baum aufstellt. Durch die neue Schnittkante kann der Baum das Wasser und die Nährstoffe besser aufnehmen.

Das war es von meiner Seite aus. Wir wünschen Euch ein paar schöne Feiertage und einen gelungenen Start ins neue Jahr!
2019 hören wir uns wieder.
Bis dahin, Euer Greendroid-Team

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23.12.2018, Janina Wagner

Ein Gedanke zu „Weihnachtsbäume

  1. ViMei Antworten

    Um ehrlich zu sein, bleibe ich wieder bei der Nordmanntanne (wie kommt ein finnischer Botaniker in den Kaukasus ??). Die anderen pieksen immer so! Und duften tut diese Tanne genug!

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