Solanum lycopersicum

Hallo Ihr Lieben,

diejenigen von Euch, die meine Beiträge seit einigen Jahren verfolgen, werden wissen, dass ich auf meinem Balkon sehr gerne Tomaten anpflanze. Was ich alles tue, damit wir viele und gesunde Früchte ernten können, habe ich Euch heute zusammengetragen:

Boden und Standort:
Wir achten auf passende Gemüseerde in die wir unsere vorgezogenen Pflanzen setzen. Diese ist sehr nährstoffreich, oftmals mit Kompost durchmischt. Wir düngen regelmäßig mit vorgemischtem Tomatendünger und vermeiden Staunässe im Wurzelbereich.

Ausgeizen:
Bei den Tomatenpflanzen bilden sich in den Blattachseln neue Seitentriebe, die, ausgenommen bei Buschtomaten, entfernt werden sollten. Ob diese entfernt werden müssen oder nicht ist jedoch umstritten:
Vorteile des Ausgeizens sind, dass die Pflanze ihre Kraft in die bereits vorhandenen Früchte geben kann und diese größer werden. Außerdem ist die Pflanze besser belüftet, wenn es weniger Geiztriebe gibt.
Nachteile des Ausgeizens sind allerdings, dass es viele offene Wunden gibt, die das Eindringen von Krankheitserregern begünstigen. Außerdem erhöht es den Pflegeaufwand besonders, da die Pflanzen ab Juni regelmäßig auf neue Triebe geprüft werden müssen.
Wir handhaben es so, dass wir nach gutem Bauchgefühl abwägen welche Triebe wir entfernen und welche dranbleiben.

Stützen:
Insbesondere die ausgegeizten Wuchsformen benötigen eine Stütze. Wir binden unsere Pflanzen an Stäbe und diese zusätzlich an der Hauswand fest. So ist ein umfallen, beispielsweise bei starkem Wind, unmöglich. Buschtomaten oder hängende Varianten benötigen keine Stützen.

Schnitt:
Im Laufe der Vegetationsperiode entlastet es die Pflanze, wenn Triebe, die keine Blüten tragen, abgeschnitten werden.

Bestäuben:
Bildet die Pflanzen viele Blüten aus, trägt anschließend aber nur sehr wenig Früchte, kann es hilfreich sein bei der Bestäubung nachzuhelfen.
Da Tomatenpflanzen Selbstbestäuber sind braucht man nur mit dem Pinsel von einer zur nächsten Blüte wandern und den sogenannten Griffel bestäuben (siehe Foto: Tomatenblüte).

Wässern:
Wir wässern regelmäßig. Die Regelmäßigkeit sorgt für die Ausbildung makelloser Früchte. Gewässert wird idealerweise mit abgestandenem, leicht temperiertem Wasser.
Außerdem sollte ausschließlich von unten gegossen werden. Das bedeutet, dass nur die Erde bewässert wird, nicht aber die Blätter oder Triebe der Pflanze. Auch Regenwasser haben die Tomatenpflanzen nicht gerne auf ihren Blättern. Das fördert die Gefahr von Blattfäule.
Dank unserer automatischen Bewässerungsanlage, dem Rainmaker, brauchen wir uns darüber keine Gedanken mehr machen.

Neupflanzen:
Ich finde es viel zu schade die abgeschnittenen Triebe und Geiztriebe wegzuschmeißen. Wir stellen diese Triebe für ein bis zwei Wochen in ein Wasserglas. Dort bilden sich rasch Wurzeln und wir können die neuen Jungpflanzen erneut einpflanzen.

Das klingt jetzt nach viel mehr als es wirklich ist. Tomatenpflanzen sind vergleichsweise einfache Gemüsepflanzen die sehr viel Spaß machen. Und wenn man dann doch mal den einen oder anderen Handgriff tun muss, wird man belohnt von dem tollen Tomatenduft, den die Blätter schon bei leichten Berührungen ausstrahlen. Außerdem gibt es so viele verschiedene Sorten. Von den klassischen roten Sorten, über gelbe Variationen bis hin zu Orangenen, solche die grün geerntet werden oder zweifarbige Sorten. Es gibt sie in Größen von winzigen Snack-Sorten bis hin zu mehreren 100g schweren Exemplaren, beispielsweise die ′Gigantomo′ die 700 bis 1000g schwer werden.
Falls Ihr noch keine Tomate im Garten habt, kann ich Euch nur ans Herz legen Euch eine zuzulegen. Für jeden Charaktertyp und Gartentyp ist die passende Sorte dabei.
Meine Großmutter hat es sogar geschafft, dass ihre Tomatenfrucht keimt (also die Samen in der Frucht). Wie sie das nur geschafft hat?!
Hattet ihr auch schon mal eine keimende Tomate? Welche Tomatensorte habt ihr in Eurem Garten?

TIPP:
Blumentöpfe als Wasservorrat
Wer weniger trockenheitsverträgliche Pflanzen in seinem Garten stehen hat, kann neben ihnen einen leeren Blumentopf einbuddeln und ihn anschließend mit Wasser auffüllen. Das Wasser sickert dann langsam aus dem Topf in die Erde und die Pflanze hat eine permanente Wasserquelle. Es lohnt sich außerdem den Topf abzudecken, damit keine Insekten angelockt werden.

____________________________
12.07.2020, Janina Wagner

Schreibe einen Kommentar

Hinweis: Kommentare werden vor der Veröffentlichung erst noch manuell freigegeben.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Verwaltung aktiver Kommentarbenachrichtigungen.