Schneeglöckchenwissen

Schneeglöckchen – Detailverliebtheit, Herbstblüher, Taschenplünderer und Insektenmagnet.
Das wusstest du noch nicht!

Ein Frühling ohne Schneeglöckchen, ist wie Weihnachten ohne Geschenke.
Sobald die ersten ihre Blüten öffnen heißt das für mich, dass der lange, kalte und dunkle Winter endlich zu Ende geht. Sie sind die ersten Hoffnungsboten auf warme Sommertage. Schneeglöckchen dürfen einfach nicht fehlen!

Schneeglöckchen – keins ist wie das andere

Aus der Ferne sehen alle gleich aus: Weiße sich neigende Blütenköpfe. Bei näherer Betrachtung sind jedoch entscheidende Unterschiede zu entdecken. Diese Unterschiede machen ein Sortiment von etwa 2500 Sorten aus. Darunter sind einfache oder gefüllte Blüten, rein weiße Züchtungen oder solche mit dezenten Farbpigmenten, auch gibt es einige duftende Züchtungen. Die Besonderheiten der einzelnen Züchtungen sind nicht wie bei vielen anderen Arten plakativ und offensichtlich. Bei diesen kleinen Frühjahrsblühern sind die entscheidenden Merkmale nur etwas für Detailverliebte.
Die beiden bekanntesten Arten sind Galanthus nivalis (das kleine Schneeglöckchen) und Galanthus elwesii (das großblütige Schneeglöckchen).

Herbstblüher, Taschenplünderer und Insektenmagnet

Neben den Frühjahrsboten gibt es herbstblühende Schneeglöckchen. Beispielsweise blüht Galanthus reginae olgae bereits ab Oktober bis in den Dezember. Diese Art kombiniert mit frühjahrsblühenden Arten können uns die Freude an den kleinen Schönheiten auf bis zu einem halben Jahr verlängern!
Dieses Galanthus reginae olgae ist sogar (bei der Besonderheit die es mitbringt) vergleichsweise preiswert. Bei Schneeglöckchen wechseln gerne auch mal dreistellige Geldbeträge den Besitzer. Wer eine besondere Sorte in seinem Garten haben möchte, kann schon mit 20-40€ pro Zwiebel etwas Wunderbares ergattern. Das teuerste Schneeglöckchen hingegen wurde 2015 für etwa 1000€ pro Zwiebel verkauft. Das war die Sorte Galanthus plicatus `Golden Fleece´. Die Züchtung dauerte etwa 10 Jahre und gelungen ist diese sehr spezielle Sorte mit gelben Zeichnungen dem Schneeglöckchenzüchter Joe Sharman.
Aber nicht nur blütenbegeisterte Gartenliebhaber werden von den weißen Schönheiten angezogen und zu teilweise absonderlichen Taten geleitet. Bienen und andere Insekten erfreuen sich so früh im Jahr ebenfalls an dem Nektar- und Pollenangebot. Nach der langen Winterpause steuern sie geradewegs auf die Blüten, die kaum größer als sie selber sind, zu.

Kein leichtes Spiel mit den Schneeglöckchen

So zart wie die kleinen Geophyten erscheinen, so anspruchsvoll sind sie auch bei der Kultivierung. Sie vertragen es nicht, wie beispielsweise Tulpen, außerhalb des Beetes gelagert zu werden. Trockenheit ist für die kleinen Zwiebeln ebenfalls ein Problem. Wenn du sie vermehren möchtest, am besten kurz nach dem Abblühen den Tuff vorsichtig ausgraben, teilen und an gewünschter Stelle wieder eingraben. Die Vermehrung über Brutzwiebeln gelingt so sehr gut. Wenn du dich an der Sortenzüchtung probieren möchtest, kannst du Schneeglöckchen auch über Samen vermehren. Diese Pflanzen blühen aber erst nach 3 bis 4 Jahren. Es erfordert somit ein wenig Geduld. Aber, wie an Joe Sharman zu sehen ist, kann daraus eine sehr wertvolle Sorte entstehen.

Schneeglöckchen in der Pflanzenverwendung

Das Blühangebot im Frühjahr ist trotz vieler Frühjahrsgeophyten stark begrenzt. So erfreut es den Betrachter umso mehr, wenn er üppige Blütenteppiche erblickt. Ein einzelnes Schneeglöckchen hat zwar seinen Reiz, viel wirkungsvoller dagegen sind üppige Tuffs. Gerade Schneeglöckchen können mit der Zeit sehr große Flächen zum Blühen bringen.
Insbesondere unter Gehölzen oder zwischen spät austreibenden Stauden kommt es gut zur Geltung.
Die Blütezeit der meisten Schneeglöckchen überschneidet sich mit der von Eranthis, dem Winterling. Diese beiden kombiniert zaubern einen wunderschönen Blütenteppich in die Beete.

Den Frühling erkennt man übrigens nicht nur an den Frühjahsgeophyten. Auch die Gehölze zeigen uns, dass der Winter langsam zu Ende ist. Die Jahreszeiten anhand der Pflanzenwelt zeigt uns der sogenannte Phänologische Kalender:

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27.02.2022, Janina Haupt

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