Mit Geophyten gestalten

Farbtupfer im Januar, Blüten im Februar und Duftspektakel im März?
Mit diesen Geophyten verkürzt du den Winter und läutest die Gartensaison ein.

Frühjahrsgeophyten sind die ersten im Garten. Auch an grauen, kalten, trüben Wintertagen erwachen sie aus ihrem Winterschlaf und recken ihre Blütenköpfe aus der Erde. Sie vertreiben den Winter, trotzen dem Schnee und der Dunkelheit und blühen genau dann, wenn wir es am meisten brauchen. Jetzt mit Geophyten gestalten und den Winter verkürzen!

Geophyten kaufen und lagern

Mit Geophyten gestalten bedeutet in erster Linie Geduld. Wer es richtig machen möchte kauft sie nicht im Frühjahr, wo sie so schön blühen und die einzigen im Gartenmarkt sind.
Wenn du es richtig machen möchtest, hast du sie bereits im Herbst gekauft. Ja, genau diese braunen zwiebeligen Knollen. Meistens werden sie in den Gartenmärkten ab etwa August/September angeboten. Von diesen, bei Zimmertemperatur gelagerten Geophyten, rate ich dir aber Abstand zu nehmen. Die Lagerbedingungen (bei trockener Luft und Zimmertemperatur) sind nicht unbedingt ideal und lassen kleine Knollen sehr schnell vertrocknen.
Such dir lieber einen professionellen Zwiebelhändler. Dieser hat die Zwiebeln bis zum Verkauf optimal versorgt, sodass du dir sicher sein kannst, dass sie auch im Frühjahr blühen werden. Und obendrein sind sie meist auch noch günstiger als im Baumarkt.
Bis zum Pflanzen solltest du dich dann aber auch nochmal gedulden. Der Wettbewerb zwingt die Händler leider dazu, die Geophyten schon so früh zu verkaufen. Gepflanzt werden sollten sie erst im November, wenn der Boden abgekühlt ist. Bis zum Pflanzen lagerst du die Geophyten idealerweise in einem dunklen, kühlen Raum.

Geophyten pflanzen

Sobald es die Wetterbedingungen zulassen, werden die Zwiebeln und Knollen im Garten vergraben. Der Boden sollte natürlich nicht gefroren sein, bei Regen und sehr nasser Erde ist es ebenso wenig ideal. Als Richtwert für die Pflanztiefe wird etwa das Dreifache der Zwiebelgröße angenommen. Das ist ganz schön tief! Aber keine Sorge, sie finden den Weg zurück an die Oberfläche.
Mit Geophyten gestalten bedeutet auch, dass du dir vorher Gedanken über die Arten, Sorten und Verteilung im Garten Gedanken gemacht hast. Wie du die Geophyten im Beet anordnest ist dann eine Frage des Charakters des Beetes. Ist es ein eher naturnahes Beet, dann streu oder wirf die Geophyten ins Beet und pflanze sie dort, wo sie landen ein. Ein eher formaler Stil verlangt nach einer formalen Anordnung auch bei den Geophyten. Hier eignen sich Raster- oder Reihenanordnungen. Auch kleine Gruppen von jeweils etwa 5 bis 9 Stück geben ein schönes Bild ab.
Sind alle versteckt, werden sie vergessen 😉

Mit Geophyten gestalten – Das ganze Jahr lang

Geophyten bereichern die Gärten in einer sonst sehr farblosen Jahreszeit. Aber dank der Vielfalt ist es uns möglich von Januar an Blüten in die Beete zu zaubern. Das erfordert Planung, Vorbereitung und Geduld, doch im Frühjahr wirst du reichlich belohnt.
Der erste Frühjahresgeophyt ist der Winterling (Eranthis). Je nach Witterung blüht er ab Ende Januar und bildet mit der Zeit dichte Blütenteppiche. Diese Blütenfülle hält sogar bis März an. Ist der Winterling erstmal aufgegangen, gesellen sich schnell auch Krokusse (Crocus) und Schneeglöckchen (Galanthus) zu ihm.
Ab März übernimmt das Buschwindröschen (Anemone nemorosa) die Führung. Es bildet ebenfalls üppige Blütenteppiche und überbrückt die Zeit bis im April endlich die Narzissen aufblühen. Für mehr Vielfalt im Frühjahr sorgen der Schneeglanz (Chinodoxa) und die Traubenhyazinthe (Muscari), die ebenfalls bereits im März zu blühen beginnen. Die Traubenhyazinthe hält je nach Art und Sorte dann sogar bis Mai durch. Einige frühe Narzissensorten blühen ebenfalls schon im März auf. Ab Mai kommen die majestätischen Tulpen (Tulipa) ins Spiel. Von Mai bis Juni blüht der Frühlingsstern (Ipheion) auf und leitet in den Sommer über, der natürlich von beispielsweise Zierlauch (Allium) dominiert wird. Im Herbst gibt es ebenfalls verschiedene Geophyten, insbesondere die Herbst-Zeitlose (Colchicum) und nicht winterharte Geophyten.
Mit Geophyten können wir das ganze Jahr über gestalten. Im Frühjahr ist deren Vorhandensein aber von deutlich höherer Bedeutung.

Geophyten einplanen

Ich hoffe, du hast im letzten Herbst reichlich Geophyten versteckt und erfreust dich jetzt an den ersten Blüten. Falls nicht kannst du es dir unbedingt für den nächsten Herbst vornehmen. Trag dir am besten jetzt einen Termin in den Kalender oder lade dir meinen Gartenkalender herunter. Er erinnert dich im Herbst dann ans Geophyten-verstecken.

Geophyten kannst du auch nie genug haben! Insbesondere Tulpen sind nicht besonders langlebig (oder werden schnell mal von Wühlmäusen vernascht). Plane daher jedes Jahr aufs Neue ein, Geophyten zu pflanzen oder zumindest zu überprüfen, wo welche Geophyten aufgehen und wo im nächsten Herbst neue versteckt werden könnten.

Viel Spaß dabei und blumige Grüße!

TIPP:
Apfelbaum pflanzen
Im Winter ist die ideale Zeit um Gehölze zu pflanzen. Besonders zu empfehlen sind Obstgehölze. In jeden Garten gehört nämlich ein – nein zwei Apfelbäume. Warum zwei?
Die meisten Apfelbäume können sich nicht selbst befruchten und brauchen für eine reiche Ernte einen Bestäuberbaum. Welcher Apfelbaum deinen bestäuben kann erfährst du in der Apfelbaumbestäubertabelle.
Apfelbaumbestäuber

____________________________
30.01.2022, Janina Haupt

Weitere Artikel zu dem Thema:


Was blüht im April?

Diese Pflanzen zeigen ihre Blüten im April. 13 verschiedene Pflanzen, die in keinem Garten fehlen sollten. Im April startet der Frühling so richtig durch. Auf diese Blüten will niemand im April verzichten. Von Geophyten bis Gehölzen blüht die Natur endlich auf.


Schreibe einen Kommentar

Hinweis: Kommentare werden vor der Veröffentlichung erst noch manuell freigegeben.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Verwaltung aktiver Kommentarbenachrichtigungen.