Bodenart bestimmen

Hallo meine Lieben,

die Eisheiligen sind vorbei! Nun können wir endlich unsere Beete mit neuen Sommerblumen bestücken. Da stellt sich allerdings die Frage, ob die gewünschte Pflanze auch auf dem vorgesehenen Platz überleben wird. Die Vitalität der Pflanze ist von diversen Faktoren abhängig. Heute soll es daher um die Bestimmung der Bodenart gehen.
Wer nicht direkt eine teure Laboranalyse durchführen lassen möchte, kann anhand der folgenden Versuche eine grobe Einschätzung seiner Bodenart erhalten.

Dafür wird nur ein wenig der zu untersuchenden Erde und etwas Wasser benötigt.

  1. Ausrolltest
    Ist Eure Bodenprobe zwischen den Handflächen zu einer stiftdicken Wurst ausrollbar?
    Nein: Sandiger Boden → 2. Bindigkeitstest machen
    Ja: Sandiger Lehm oder Ton → 4. Ausrolltest machen
  1. Bindigkeitstest
    Ist die Probe zwischen Daumen und Zeigefinger formbar?
    Nein (Nicht formbar): → 3. Zerreibtest machen
    Ja (Haftet schwach am Finger): Lehmiger Sand
  1. Zerreibtest
    Zerreibt die Erde auf der Handfläche. Sind Tonmaterialien in den Handfalten sichtbar?
    Nein: Sand
    Ja: Schwach lehmiger Sand
  1. Ausrolltest
    Kann die Probe zu einer Wurst mit halber Stiftdicke ausgerollt werden?
    Nein: Stark lehmiger Sand
    Ja: Sandiger Lehm oder Ton → 5. Quetschtest machen
  1. Quetschtest
    Quetscht die Probe in Ohrnähe. Ist ein Knirschen hörbar?
    Nein / Schwach: Lehm oder Ton → 6. Gleitflächentest machen
    Ja: Sandiger Lehm
  1. Gleitflächentest
    Verreibt die Probe schwach zwischen Daumen und Fingern. Ist die:
    Gleitfläche stumpf: Lehm
    Gleitfläche schwach glänzend: Toniger Lehm
    Gleitfläche glänzend: Ton → 7. Beißtest machen
  1. Beißtest
    Zerbeißt die Probe mit den Zähnen. Ist ein Knirschen hörbar?
    Ja: Lehmiger Ton
    Nein: Ton

Macht diesen Test gerne einmal in euren Beeten und wählt dazu passende Pflanzen aus. Achtet zudem auch auf die Sonneneinstrahlung und idealerweise auch auf den pH-Wert in dem jeweiligen Beet.
Stimmen die Bedürfnisse der Pflanzen mit den vorherrschenden Standortbedingungen überein, könnt ihr euch an anhaltend schönen Pflanzen erfreuen. Wünscht ihr euch eine Pflanze in einem Beet, an dem die Bedingungen nicht mit den Bedürfnissen übereinstimmen, gibt es Möglichkeiten den Standort „anzupassen“. Dazu aber ein anderes Mal mehr.
Bis dahin, liebe Grüße.

TIPP:
Winterhärtezonen
Oft wird bei Pflanzen die tolerierte Winterzone angegeben. In Mitteleuropa schwanken die Minusgrade zwischen Zone Z8 und Z6.

Z1      unter -45,5°C
Z2     -45,5 bis -40,1°C
Z3     -40,1 bis -34,5°C
Z4     -34,5 bis -28,9°C
Z5     -28,8 bis -23,4°C
Z6     -23,4 bis -17,8°C (insbesondere wintergrüne Pflanzen bei Kahlfrost schützen)
Z7     -17,8 bis -12,3°C (insbesondere wintergrüne Pflanzen bei Kahlfrost schützen)
Z8     -12,3 bis -6,7°C (Winterschutz notwendig, z.B. aus Laub und/oder Reisig; in rauen Lagen möglichst drinnen hell und kühl überwintern)
Z9     -6,7 bis -1,2°C (intensiver Winterschutz (z.B. mit Vlies); besser drinnen hell und kühl überwintern)
Z10   -1,2 bis +4,4°C (frostfreie Überwinterung notwendig, 5-15°C (z.B. Wintergarten, Treppenhaus))
Z11   über +4,4°C

Eine sehr anschauliche Karte findet ihr unter dem folgenden Link, von dem auch die Definitionen der Winterhärtezonen kommen:
Karte von Europa und Mitteleuropa mit eingetragenen Winterhärtezonen
Das Wissen um die Kältetoleranzen bei Pflanzen ermöglicht eine gezielte Anwendung von Frostschutzmöglichkeiten. So vermeidet ihr Frostschäden oder gar das Erfrieren der Pflanze und könnt euch jahrelang an gesunden Pflanzen erfreuen.

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26.05.2019, Janina Wagner

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