Blattläuse

Hallo meine Lieben,

wir haben im Frühjahr wieder reichlich Gemüse angezogen und auch unsere Walderdbeeren aus dem letzten Jahr haben den Winter gut überstanden.

Allerdings mussten wir mit Schrecken feststellen, dass unsere Erdbeeren komplett mit Läusen befallen waren. Die eine oder andere Laus hat sich auch auf das Gemüse hinüber geschmuggelt. Unsere Radieschen waren nicht mehr zu retten…

Was tut man in so einem Fall? Die gesamte Anzucht wegwerfen? NEIN.

Ich habe lange nach „Hausmittelchen“ recherchiert, in der Hoffnung meine Pflanzen ohne chemische Mittel retten zu können. Hier einige Erkenntnisse und weitere Möglichkeiten:

  • Mit Wasser die Läuse abspülen
    Da die kleinen Tiere gerne auch in Blattachseln oder in den winzigen neu austreibenden Blättern sitzen, erreicht der Wasserstrahl diese nicht. Der Befall wird reduziert, aber nicht komplett bekämpft.
  • Milch-Wasser-Gemisch
    Die Pflanzen mit einer Milch-Wasser-Mischung zu besprühen hat ebenfalls kaum Wirkung gezeigt. Nur klebte alles um die Pflanzen mit Milch voll und wir mussten die Ecke erstmal gründlich reinigen. Wir haben aber auch schon mitbekommen, dass diese Methode den Befall deutlich vermindert hat.
  • Die Triebe abschneiden
    Auch dies hilft nur bedingt. Ist der Befall enorm, können sich Larven auch in der Erde befinden, sodass diese die neu austreibende Pflanze erneut befallen können.
  • Knoblauch in die Erde drücken
    In kleinen Stücken in die Erde gedrückt, schreckt Knoblauch Blattläuse ab. Allerdings hilft diese Methode nicht, wenn die Pflanze bereits befallen ist.
  • Zwiebel und Knoblauch-Tee
    Etwa 40 Gramm gehackte Zwiebel oder Knoblauch werden mit 5 Litern kochendem Wasser vermengt und drei Stunden ziehen gelassen. Die gesiebte Flüssigkeit kann auf die Pflanzen gesprüht werden. Dies soll gegen einen Befall mit Blattläusen und auch gegen Pilzkrankheiten helfen.
  • Kern- und Schmierseife
    Eine Lauge aus einem Esslöffel Kern- bzw. Schmierseife pro Liter Wasser ist das gängigste Hausmittel gegen Blattläuse. Diese Seife ist ein natürliches, unparfümiertes, umweltverträgliches Produkt und schadet der Pflanze nicht. Mit etwas Alkohol oder Spiritus verstärkt sich die Wirkung und ist effektiver gegen einen starken Befall.
  • Rapsöl
    Als natürliches Insektizid wirkt Rapsöl. Gemischt wird es mit 70% Wasser. Die Schädlinge und auch deren Larven / Eier werden mit einem Ölfilm umhüllt und sterben anschließend. Möglichst nicht in praller Sonne anwenden, da die Wachsschicht (Verdunstungsschutzschicht) der Blätter gelöst wird. Sie wächst allerdings rasch wieder nach. Es hilft auch gegen Weiße Fliegen, Schildläuse, Spinnmilben und Gallmilben, mit etwas Backpulver in der Mischung wirkt es auch gegen Echten Mehltau.
  • Neemöl
    Neemöl stark verdünnt und auf die Pflanze gesprüht hindert die Läuse am Essen. Durch den Wirkstoff Azadirachtin fressen sie nichts mehr und verhungern. Auch hier bei der Anwendung auf keine direkte Sonneneinstrahlung achten.
  • Brennnessel-Brühe
    Eine Brühe aus 100 bis 200 Gramm Brennnesseln und einem Liter Wasser, die etwa zwei Tage durchgezogen ist, ist ebenfalls ein Hausmittel. Auch diese wird (ohne der Brennnesseln) auf die befallene Pflanze gesprüht. Allerdingt ist der Geruch der Brühe unangenehm. Gesteinsmehl in der Brühe soll dagegen helfen. Die Brühe stärkt zwar die befallene Pflanze, hilft aber bei der Bekämpfung der Läuse nicht.
  • Oregano
    Einen Tee gekocht aus 100 Gramm frischem Oregano, 15 bis 20 Minuten ziehen lassen und im Verhältnis 3:1 mit Wasser mischen. Oregano enthält viele Substanzen, die gegen Blattläuse wirken.
  •  Weitere Jauchen, Brühen oder Tees:
    • Rainfarn-Brühe
    • Ackerschachtelhalm- / Zinnkraut-Jauche
    • Adlerfarn-Brühe
    • Rhabarberblatt-Brühe
    • Schwarzer Tee
    • Tabak-Brühe (offiziell verboten!)
    • Niemsamen-Wasser
    • Wermut-Tee
  • Steinmehl
    Das sehr feine Steinmehl wird von allen Seiten auf die befallene Pflanze gestreut und gelangt anschließend in die Atemwege der Blattläuse. (Die Korngrößen des Mehls beachten, es gibt spezielle, sehr feine Mehle gegen Läuse). Steinmehl versorgt zudem die Pflanze mit Nährstoffen und macht diese widerstandsfähiger.
  • Kalter Kaffee
    Abgekühlter Kaffee kann ebenfalls gegen Blattläuse wirken. Er sollte überall auf der Pflanze eingesprüht werden, auch auf den Blattunterseiten und den Stielen.
  • Fressfeinde
    Läuse stehen sehr weit unten in der Nahrungskette, daher finden sich in vielen Gärten die natürlichen Fressfeinde der Läuse. Beispielsweise der Marienkäfer, Florfliegen oder Meisen. Fördert man diese kann sich der Befall reduzieren.
  • Mischkulturen
    Beispielsweise Lavendel hält Blattläuse aus den Beeten fern. Mischkulturen verhindern so einen kompletten Befall. Allerdings helfen diese Pflanzen nach dem Befall nicht. Es eignen sich auch Kombinationen mit Rosmarin, Thymian oder Lavendel.

Ich habe nicht alle diese Methoden ausprobiert, da unser Befall mittlerweile gut reduziert werden konnte. Wir haben die „Quelle“ der Läuse ausfindig machen können und entsorgt, sodass sich hier und da nur noch ein Einsiedler befindet, die wir täglich entfernen. Wenn ihr Probleme mit Läusen habt, teilt uns Eure Erfahrungen sehr gerne mit und probiert die eine oder andere Methode aus.

 

Wir haben als Quelle der Läuse die Pflanzenerde bei unseren Radieschen identifiziert. Offenbar hatten wir ein Paket erwischt, in dem Larven schlummerten. Das kann leider immer passieren, eine Möglichkeit dagegen hatte ich schonmal im Tipp „Was tun, gegen Fliegen in der Blumenerde?“ vorgestellt.
Liebe Grüße

 

TIPP:
Staudengärtnereien

Wer größere Mengen Pflanzen kaufen möchte oder eine größere Sortenauswahl möchte, sollte zu einer Staudengärtnerei fahren und sich dort beraten lassen.
Meistens ist der Anfahrweg länger als zum nächsten Baumarkt, dafür bekommt ihr dort eine fachkundigere Beratung und ganz besonders Pflanzen, die an die örtlichen Bedingungen bereits angepasst sind.
Online bestellte Pflanzen können aus Regionen mit anderen klimatischen Bedingungen geliefert werden, sodass die Pflanzen in euren Beeten Schwierigkeiten bekommen können.
In den meisten Fällen gleichen die Kosten pro Pflanze in Gärtnereien den üblichen Preisen. Schaut doch mal wo bei euch die nächste Staudengärtnerei ist.

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09.06.2019, Janina Wagner

2 Gedanken zu „Blattläuse

  1. ViMei Antworten

    Auf unseren Rosen saßen an den Spitzen auch Blattläuse. Wir haben erst einmal abgewartet und die sind von alleine wieder verschwunden. Ich kann mir vorstellen, dass die vielen Ameisen, die bei uns auf der Terrasse siedeln etwas damit zu tun haben. Kann das sein?

    • Janina Wagner Autor des BeitragsAntworten

      Liebe ViMei, Ameisen „melken“ die Läuse um an deren ausgeschiedenen Honigtau zu gelangen und beschützen sie im Gegenzug vor anderen Fressfeinden (z.B. Marienkäfer). Es ist daher unwahrscheinlich, dass die Ameisen die Läuse vertrieben haben.
      Du hast Glück, dass bei dir die Läuse von alleine verschwunden sind, oftmals wird man die nicht so einfach los. Eventuell sind sie umgesiedelt, von starkem Regen weggespült worden oder es gab noch einmal Frost, der den Läusen nicht bekommen ist.
      Liebe Grüße

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